November 13

Depression

 

 

Seit April dieses Jahres, befinde ich mich in einer therapeutischen Behandlung wegen Depression.

Im Zustand der Depression befand ich mich schon länger. Ich weiß nicht genau, wann das anfing. Es war ein schleichender Prozess.

Nach meinem Schulabschluss hatte ich Schwierigkeiten einen Anschluss zu finden.

Mit viel zu viel Glück geriet ich an einen kurzfristig wieder frei gewordenen Studienplatz in Wirtschaftsinformatik. Ein Duales Studium.

Das kaufmännische hatte ich schon mehrfach in der Schule durchgenommen und war deswegen der Meinung, ein duales Studium in diese Richtung sei ein Kinderspiel.

War es nicht.

Meine Noten nach den ersten Prüfungen waren unterirdisch. Dann kam noch dazu das Stellen in dem Betrieb wegrationalisiert wurden und der Betrieb, da ich mich noch in der Probezeit befand kündigte.

Wenn ich heute so darüber nachdenke war es nicht mal eine richtige Kündigung, sondern sie haben mich einen „Auflösungsvertrag“ unterschreiben lassen.

Das hatte für mich keine negativen Auswirkungen, da die Agentur für Arbeit ohnehin sagte „meine Eltern seien für meinen Unterhalt noch zuständig.“
Ich hatte also keinen Anspruch auf Gelder, da meine Eltern gut verdienten.

Ausbildungsstelle fand ich keine.

Gründe dafür waren vielseitig. Zum einen waren die Stellen, die mich interessierten, die ich mir zutraute heiß begehrt. Ich hatte keinen Führerschein und wohne auf dem Land, was die Auswahl der Betriebe einschränkt und auch die Betriebe oft abschreckt.

 

Letzten Endes arbeitete ich über Zeitarbeitsfirmen in Fabrikhallen. Ließ mich sogar einmal auf 3 Schicht ein. Mein Leben bestand nur noch aus Essen, Arbeiten und Schlafen.

Während der 3 Schicht konnte ich nicht mal mehr an den Wochenenden mit Freunden entspannen, weil ich einschlief. Also sagte ich meiner Betreuerin bei der Zeitarbeitsfirma das ich 3 Schicht nicht mehr machen würde.

3 Mal, schickte sie mich in Betrieben die Leute für 3 Schicht suchten. Jedes Mal sagte sie sie würde das nachträglich klären. Jedes Mal habe ich mit ihr diskutiert das sie das sein lassen soll. Sie hatten mich sogar gekündigt und zwei mal zum Ende der Laufzeit nochmal einen Betrieb gefunden in den sie mich kurzzeitig stecken konnten. Ich habe mich viel über mich selbst geärgert, dass ich es nicht geschafft habe in dem Moment wo sie mich vor dem Laden abgestellt hat und mir noch im Gehen gesagt hat, das sie für 3 Schicht suchen einfach umzudrehen und zu gehen.

Ich habe die Zeitarbeitsfirma gehasst, ich habe die Arbeiten in Fabrikhallen gehasst und noch viel, viel mehr, habe ich mich selbst gehasst. Lediglich den Mut aufgebracht nach den Probearbeiten noch einmal bei der Firma nachzuhaken und denen dann zu sagen das es mir Leid tut, aber ich keine Lust mehr habe mich von meiner Zeitarbeitsfirma verarschen zu lassen und das es auch denen gegenüber unfair ist zu versichern das ich das mitmachen würde. Sie hatten mir zwei Mal einen Vertrag geschickt, der die Kündigungsfrist lediglich verlängert hat (Was ich heute auch bezweifle das das wirklich legal war, aber ich hatte es ja mit mir machen lassen). Diese Abzulehnen und ihr zu sagen das ich mich nicht von ihnen ausnutzen lasse.

 

Zu meiner Zufriedenheit hatte ich immer das Glück verständnisvolle Mitarbeiter bei der Agentur für Arbeit zu haben. Was mich ein Stück weit aufgefangen hat und nie so tief und heftig in diesem Sumpf zu versinken wie es anderen ergangen ist.

Ich hangelte mich von Job zu Job von Arbeitslosigkeit zu Arbeitslosigkeit. Bis ich an dem Punkt ankam das ich nicht mal mehr in Fabrikhallen arbeiten konnte, weil mein Körper das nicht mitgemacht hat. Auch hier bin ich von schlimmen verschont geblieben und „nur“ mit einer Allergie geplagt.

 

Ich hatte immer Glück im Unglück. Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung. Ich habe Abitur. Das wichtigste ich habe eine Familie als Sicherheitsnetz mit der ich mich gut verstehe.

 

Dennoch ist man nicht vor Depressionen gefeit und das bloße erkennen reicht nicht, um da wieder heraus zu kommen. Es ist harte Arbeit seine Gedanken umzuprogrammieren. Bisher nehme ich auch noch schwache, Stimmungsaufhellende Medikamente.

 

Wie erkenne ich eine Depression

 

 

Es müssen nicht alle Symptome auftreten. Auch wenn man sagt, dass es einem doch zwischenzeitlich gut geht und man unbeschwert lachen kann, heißt das nicht das keine Depression vorliegen kann. Hier spricht man von Episoden.

 

  • Bei anderen?

Das ganze bei Freunden oder Bekannten zu erkennen ist nicht so einfach. Da diese meist versuchen zu verbergen, wenn es ihnen nicht gut geht.

Wenn sich jemand aus deinem Freundeskreis zurückzieht, häufiger Termine versäumt kann das ein Anzeichen sein.

Nehmt das ganze ernst.
Den Betroffenen helfen zu wollen kann ziemlich an den Nerven zehren. Achtet darauf, dass ihr euch nicht selbst übernehmt. Damit ihr nichts die nächsten werdet. Kommuniziert ruhig, wenn ihr euch nicht in der Lage fühlt demjenigen zu helfen. Sie sind krank und nicht blöd. Dabei geht auch mehr als ganz oder gar nicht. Begleiten während sie Termine vereinbaren müssen, zu den Terminen begleiten. Das hilft euch auch zu erfahren was ihr tun könnt. Wesentlich besser als es jeder Internetbericht kann. Denn ich bin keine Psychologin.

 

 

 

https://www.t-online.de/gesundheit/id_66501508/depressionen-wie-angehoerige-erste-warnzeichen-richtig-deuten.html